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Fachgerechter Leibungsanschluss???

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  • Fachgerechter Leibungsanschluss???

    Hallo zusammen,

    bei mir wurden im Neubau Fenster montiert. Grundsätzlich wurden hier die Blendrahmen unten mit Dichtband abgedichtet und rechts und links vertikal Anputzdichtleisten und Putz zur Dichtung verwendet (es sind von IFT Rosenheim geprüfte Anputzdichtleisten).

    Bei einem der Fenster wurden jetzt aber zusätzlich in der vertikalen auf den Blendrahmen breite flache Leisten aufgebracht. Scheinbar, weil der Blendrahmen zu weit von der Leibung entfernt ist (siehe Bilder vor und nach dem Verputzen). Das sieht zunächst einmal unschön aus. Meine schlimmere Vermutung ist aber, dass so etwas nicht dauerhaft halten wird und in den Ecken wird dieses auch nicht luftdicht sein.

    Meine Frage: Ist diese Art der Montage fachgerecht? Kann ich eine Reparatur, d.h. eine Montage ohne diese flachen Leisten fordern?

    Vielen Dank für jegliche Einsichten hier!

    Halumi
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  • #2
    das sieht ja wunderschön aus, die haben bestimmt nen Design-Preis gewonnen.

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    • #3
      semper idem!

      Immer das gleiche!
      Wir haben hier unter "Fenster und Haustüren" bald 30000 Einträge, davon (geschätzte) 50% zur Frage des Rahmenanschlusses ans Mauerwerk.
      Ich krieg schon die Krise, wenn ich von "vom ift geprüften Anschlussleisten" lese.

      Also zu Deiner Frage: Was man anhand deiner Bilder sagen kann, so ist die Montage deiner Fenster nicht fachgerecht! Ein Anschluß nach dem Prinzip "innen dichter als außen" sieht anders aus!
      Les dich mal hier durch die geschätzt 10000 Einträge mit vielleicht 50000 Antworten und du weißt Bescheid!
      (oder Fachwissen anklicken und studieren).
      Was jetzt? Bemängeln? Sachverständiger? Jurist?
      Hängt von den Umständen ab.

      Ich befürchte fast, daß uns die "Anschlußfrage" auch in 10 Jahren noch beschäftigen wird.

      Kommentar


      • #4
        Flache Leisten

        Hallo,

        zunächst einmal vielen Dank für die Antworten!

        Unabhängig von den anderen Widrigkeiten, sind diese flachen breiten Leisten, die auf den Blendrahmen aufgebracht worden grundsätzlich eine fachgerechte Verfahrensweise?

        Der Blendrahmen ist halt um etwa 1cm zu klein geraten und irgendwie muss dieser Unterschied bis zum Putz nun überbrückt werden. Ein dickerer Putz ist hier leider keine Option, da sich an die Leibung direkt Wände anschließen.

        Was wäre hier eine fachgerechte Alternative?

        Halumi

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        • #5
          Ich würde die Leisten abnehmen lassen und ein Anschlußprofil von mk montieren. Das ist eine etwa 15 mm dicke Hohlkammerleiste, zum Fensterflügel hin abgeschrägt (wegen der Optik). Diese Profilleiste dichtet mit einem Klebeband zum Rahmen hin, und mit einem durch einen Überstand verdeckten dampfdichten Kompriband zur Laibung hin ab.

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          • #6
            Wenn dass eine Neubaumontage ist, würde dich die Fenster wieder ausbauen lassen und das Ganze noch mal von vorn beginnen mit Multifunktionsbändern oder Folien und oder mit maßlich passenden Fenstern. Mit den auf den Fotos abgebildeten Leisten ist kein fachgerechter Anschluss möglich, und Leisten haben, wenn überhaupt, nur in der Renovierung was zu suchen.
            Klaus Hermann Ries (khr)

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            • #7
              Die notwendige Größe der Fenster richtet sich auch ein bischen nach der Größe der Fenster
              Bedeutet, je größer die Fenster, desto größer die Fugenausbildung.
              Somit kann man anhand der Bilder nur feststellen, dass im neubau eigentlich keine Leisten benötigt werden, außer vielleicht Apu Leisten.
              Dichtband sollte eigentlich rundum, also 4-seitig erfolgen, innen und außen.
              Auf den Fotos sieht es auch mehr aus, wie handelsübliche Flachleisten. Dies würde ich mir im Neubau nicht geben.
              Fachgerecht wäre das jeweils richtige Band 4-seitig innen und außen angebracht. Und zwar Lückenlos.
              Laßen Sie den guten Mann nochmals zur Nachbesserung kommen. Wenn nicht einsichtig, sollten Sie ihm vorschlagen, ein Schiedsgutachter zu beauftragen. ist preiswerter als ein gerichtliches Gutachten

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              • #8
                Tja

                Ich beteilige mich ja in keiner Weise an Dichtleisten, da die 90% der anwesenden die 4108-7 vorgeschriebene Laibung bis Dato nur aus Lehrbüchern kennen. Der Fensterbauer leistet Vorkasse und muss nach besten Gewissen aus der Situation das beste machen. Aber wie gesagt angestellte etc. und die Sachverständigen sehen das halt anders. Teilweise stehen Fenster bei uns 10 Wochen rum bevor wir sie dann montieren können also um diese Kleckerdetails müssen wir wohl nicht immer wieder diskutieren weil 10 Leute 10 Meinungen. Theorie und Praxis.

                Also bei einer Anputzleiste, in diesem Fall auch eine schöne, sollte der Sockel/Brüstungsbereich abgeklebt werden und auch bis hinter die Leiste ca 5cm höher geführt werden.

                Die Profile sollten sauber sein und mit einer Anpressrolle und entsprechenden Druck angedrückt werden. -> Spoiler Damit die Silikonlippe auch anliegt auch wenn dies nur einen optischen Mangel darstellt.

                Ob das Fenster zu klein ist kann hier keiner erkennen weil keiner das Haus kennt und auch nicht die Montage. Wenn z.b. mit JB-D montiert wurden sind ohnehin 15mm Fuge zwingend erforderlich. Dazu die Anputzleiste mit Rahmenabstand blablub 8mm Aufbau auf Dem Fenster sind wir dann bei 23mm Putz. Dann sind die Anschläge falls vorhanden nicht gerade und Fenster musste vermittelt werden von aussen........

                Und jetzt kommt der Höhepunkt der Gleichunges gibt vielleicht keine Laibung und die Wand lauft gerade auf das Fenster zu, dann will der Putzer nicht die ganze Wand 23mm aufputzen wegen der Kosten und dem Fensterbauer wird aufgedrückt macht mal ne Leiste vor, kräht kein Hahn nach....

                So alle Leisten zum draufkleben sind Scheisse <- Meine Meinung. Die darf ich wohl frei äussern. APU Leisten sind OK.

                Flachmaterial runter. Brüstungs/Sockelanschluss nacharbeiten lassen. Leisten wieder drauf. Stossfugen abdichten.
                Haftvermittler auf die Wand und den Wandaufbau dort nacharbeiten lassen. Damit es so ist wie vom FB gewollt. Und die Flachleisten in die Tonne.

                Und nun darf das lustige lästern beginnen, wobei ich unangestritten Recht habe...
                MMT - Metall & Montage Technik
                Nichts wissen, macht auch nichts.

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                • #9
                  Zitat von mmt-nrw Beitrag anzeigen
                  Die Profile sollten sauber sein und mit einer Anpressrolle und entsprechenden Druck angedrückt werden. -> Spoiler Damit die Silikonlippe auch anliegt auch wenn dies nur einen optischen Mangel darstellt.
                  Gmorgen.

                  Hmm, kann es sein, dass der MMT-Metall & Montage Technik Fachbetrieb da irrt: Ich dachte immer, dass die Sauberkeit und das Anpressen mit der Haftfestigkeit der Dichtleisten auf den BRs zusammenhängen. Damit wäre es das Thema Funktion und nicht das Thema Optik. ....

                  VG Annette

                  (Ich weiß, ich weiß: eigentlich sollte man den Post nicht mit einer Antwort honorieren, aber nun habe ich das Problem, dass ich nicht möchte, dass ein argloser Bauherr das liest und glaubt...)
                  Disclaimer: Bin Bauherrin ...

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                  • #10
                    Habe auch schon drüber nachgedacht ...
                    Klaus Hermann Ries (khr)

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                    • #11
                      ich habe nach dem Lesen des MMT-Beitrags sofort auf die Uhrzeit seines Beitrages geschaut und mir gedacht: wie kann man am frühen Abend schon so zugedröhnt sein????

                      Habt Ihr verstanden was er will?


                      DerFensterprofi

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                      • #12
                        Zitat von mmt-nrw Beitrag anzeigen
                        Teilweise stehen Fenster bei uns 10 Wochen rum bevor wir sie dann montieren können also um diese Kleckerdetails müssen wir wohl nicht immer wieder diskutieren weil 10 Leute 10 Meinungen. Theorie und Praxis.
                        Es sind doch genau diese Kleckerdetails, warum u.a. die SV´s auf den Plan gerufen werden.
                        Macht euren Job regelkonform, dann müssen SV´s auch nicht aktiv werden.

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                        • #13
                          Hallo,

                          nach vielen Jahren der Auseinandersetzung gab es endlich ein finales Gutachten, das durch den Bautraeger (nebenbei: eine grosse deutschlandweit taetige Firma im "klassischen Bauträgergeschäft") auch anerkannt wurde (... er hatte da nicht mehr viel Wahl). Es ging hier neben den Leibungsanschluessen auch noch um einige spezifische Ausfuehrungen an den Rolllaeden.

                          Es gibt im finalen Gutachten viele Seiten Text und Fotos. Hier ein paar durch mich laienhaft zusammengefasste Punkte (hier natuerlich etwas aus dem Kontext genommen):
                          • ein Blower-Door Test ist nicht hinreichend, um die gesetzlichen Anforderungen der EnEV (insbesondere die Ausfuehrung nach den anerkannten Regeln der Technik) nachzuweisen. Die Baufirma hatte immer wieder argumentiert, dass die Fenstermontage gut sei, weil der Blower-Door Test gut sei (ob das wahr ist, steht auf einem anderen Stern ...).
                          • Flachleisten duerfen nur fuer optische Zwecke verwendet werden
                          • die Anputzdichtleiste muss fuer die Fenstergroesse geeignet sein
                          • auch kleine Luecken (z.B. 1-2mm) zwischen den Anputzdichtleisten sind nicht zulaessig
                          • Anputzdichtleisten und Dichtband (unten bei den Fensterbaenken) muessen verbunden sein, sodass sich nicht zwei versetzte Dichtebenen ergeben
                          • die aussenseitig beim WDVS verwendeten und die innenseitigen Dichtleisten muessen im System zusammenpassen
                          • es wird auf EnEV, DIN4108-7, DIN4108-2, DIN EN 1027, DIN EN 12114 und den "Leitfaden zur Planung und Ausfuehrung der Montage von Fenstern und Haustueren" verwiesen. Ebenso auf die ift-Richtlinie MO-01/1, dazu gehoerende Pruefberichte und die Montagerichtlinien des Herstellers der Anputzdichtleisten.
                          • Ergebniss: der Putz an allen Leibungen muss geoeffnet werden, die Fensterbaenke muessen entfernt werden, die Anputzdichtleisten entfernt und die Dichtung durch Dichtbaender hergestellt werden.




                          Gutachterkosten bis hierhin insgesamt mehr als 6000EUR. Festgestellte Mangelbeseitigungskosten: mehr als 15000EUR.

                          Ich kann nur allen empfehlen, sich nicht von der vermeintlichen Seriositaet einer grossen Firma beeindrucken zu lassen.

                          Ich hoffe dieses ist fuer irgendjemanden irgendwann noch einmal hilfreich.
                          Zuletzt geändert von halumi; 28.03.2018, 14:09.

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                          • #14
                            Danke, für die Rückmeldung, haben wir hier eher selten...
                            Grüße aus dem Saarland
                            Michael Melchior

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