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Alt 03.08.17, 17:39   #1
Hauke
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Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 37
Statische Vordimensionierung Pfosten KST-Fenster

Hallo miteinander,

mir ist bei der statischen Bemessungen eines Mittelpfostens (zweiteiliges Fenster, 2x DK Flügel, raumhoch) aufgefallen, dass die Planungssoftware von der Fa. PRO_I_E bei der Berechnung den Stahl im Pfosten + den Stahl in beiden Flügeln für die Berechnung von Ix ansetzt.

Andere Hersteller wie z.B. SCH_C_ oder GE_L_N setzen nur den Stahl im Pfostenprofil an. Die Flügelanteile, auch wenn die Flügel über die ganze Höhe durchgehen bleiben unberücksichtigt.

Wie ist denn eure Meinung dazu?
Gibt es irgendwo was geschrieben, was man darf und was nicht?

So kommt PRO_INE natürlich zu wesentlich schlankeren Querschnitten.
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Alt 04.08.17, 09:28   #2
Frankt
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 07.2009
Ort: Fritzlar
Beiträge: 284
Meiner Meinung nach geht das nicht.
Der Pfosten muß die Verkehrslast ja auch bei geöffnetem Flügel aushalten können.
__________________
Gruß
Frank
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Alt 04.08.17, 11:18   #3
kstandecker
Karl Standecker
 
Registriert seit: 03.2005
Ort: 92256 Hahnbach
Beiträge: 5.279
Grüß Gott

ich würde die Kombination statisch wie ein Gelenk bewerten, d.h. im Grunde geht das nicht die Summe aus den Senkrechten zu bilden.
__________________
mfG aus Bayern Karl Standecker
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Alt 05.08.17, 08:39   #4
Jürgen Sieber
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.2001
Ort: 72510 Stetten am kalten Markt, Ortsstraße 3
Beiträge: 2.683
Zitat:
Zitat von Frankt Beitrag anzeigen
Meiner Meinung nach geht das nicht.
Der Pfosten muß die Verkehrslast ja auch bei geöffnetem Flügel aushalten können.
Hallo Frankt,
ich werte Deine Antwort mal als Irnonie. Aber bitte irnonische Beiträge immer markieren, damit es die anderen auch merken. Das mit der Verkehrslast stimmt, aber die Windlast ist difinitiv weg.

Vor vier Jahren wurden in der Fensterstatik die Flügel zu den Pfosten hinzu addiert.
Der Grund ist recht einfach. Sind die Flügel geöffent, pfeifft der Wind am Pfosten vorbei und die Flügel, die hautsächlich die Windlast verursachen sind weg.

Um dies machen zu dürfen, gelten aber ein paar Regeln. Beispielsweise müssen -abhängig vom Beschlagsystem- mindestens alle 80 cm Zuhaltungen zwischen Flügel und Rahmen vorhanden sein. Diese Zuhaltungen müssen stramm sitzen. Manche Beschlaghersteller verlangen sogar ein einbruchhemmendes Schließstück. Mit ausreichenden Zuhaltungen gelten dann Pfosten- und Flügelstahl als eine Einheit, die man aufaddieren darf.
Von Rehau wurden im Mai 2013 zu diesem Thema Berechnungen vorgelegt und die Verarbeiter per Rundschreiben informiert. Mittlerweile haben das alle Profilsystemgeber im Programm.
__________________
Jürgen Sieber
Glaser aus Leidenschaft
Jürgen Sieber ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.08.17, 11:36   #5
Hauke
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 37
Hallo Jürgen,

danke für die Info.
Ich hatte bei bei mehreren Systemgebern nachgefagt.

SCH__O macht das z.B.nicht so. Da wird nur der Pfosten angesetzt.

Die Hotline bei PROF__E hatte gesagt, dass die Profile vom ift geprüft wurden und nach dem Prüfzeugnis es so berechnet werden darf.
Bei einem Mittelpfosten mit zwei Flügeln darf der Ix-Wert sogar noch mit einem Faktor multipliziert werden, da die Durchbiegungen im Prüfstand angeblich geringer sind als bei der theoretischen Berechnung.

Es ist dann schon verwunderlich, dass man z.B. bei einem raumhohen Alu-Fenster einen Statikprofil einplanen muss, während man bei TRO__L mit einem ganz schmalen Kunststoff-Profil auskommt.

Aber wenn es das ift geprüft hat...

Danke und VG
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Alt 08.08.17, 12:46   #6
Frankt
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 07.2009
Ort: Fritzlar
Beiträge: 284
Hallo Jürgen,
ich bin nun etwas verwundert. Diesen Punkt kannte ich so noch nicht. Man lernt ja nie aus.
Was mich jedoch noch mehr wundert, auch im Haus Sch.c. kennt diese Vorgehensweise niemand. Habe heute nochmals dort mit der Technikabteilung telefoniert. Nach Aussage von Sch.c. funktioniert das so nicht. Wenn Du dazu etwas schritfliches hast, wäre es nett wenn Du mir das mal zukommen lassen könntest. Das würde uns das ein oder andere mal eine Menge Stahl sparen....
Schon mal vorab Danke gesagt

Zitat:
Zitat von Jürgen Sieber Beitrag anzeigen
Hallo Frankt,
ich werte Deine Antwort mal als Irnonie. Aber bitte irnonische Beiträge immer markieren, damit es die anderen auch merken. Das mit der Verkehrslast stimmt, aber die Windlast ist difinitiv weg.

Vor vier Jahren wurden in der Fensterstatik die Flügel zu den Pfosten hinzu addiert.
Der Grund ist recht einfach. Sind die Flügel geöffent, pfeifft der Wind am Pfosten vorbei und die Flügel, die hautsächlich die Windlast verursachen sind weg.

Um dies machen zu dürfen, gelten aber ein paar Regeln. Beispielsweise müssen -abhängig vom Beschlagsystem- mindestens alle 80 cm Zuhaltungen zwischen Flügel und Rahmen vorhanden sein. Diese Zuhaltungen müssen stramm sitzen. Manche Beschlaghersteller verlangen sogar ein einbruchhemmendes Schließstück. Mit ausreichenden Zuhaltungen gelten dann Pfosten- und Flügelstahl als eine Einheit, die man aufaddieren darf.
Von Rehau wurden im Mai 2013 zu diesem Thema Berechnungen vorgelegt und die Verarbeiter per Rundschreiben informiert. Mittlerweile haben das alle Profilsystemgeber im Programm.
__________________
Gruß
Frank
Frankt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.08.17, 09:45   #7
Jürgen Sieber
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.2001
Ort: 72510 Stetten am kalten Markt, Ortsstraße 3
Beiträge: 2.683
Hallo Frankt,

so, bin aus dem Urlaub zurück. Jetzt die schriftlichen Unterlagen zum Thema. Hier als pdf-Datei der Firma R_hau aus dem Jahr 2013.
In den Statik-Software-Programmen von R_hau, Pr_fine und V_ka wird seit einigen Jahren diese Effekt so einkalkuliert, vom ift bestätigt.

Etwas schlecht zu erkennen ist unter den Zeichnungen der Hinweis, dass alle 80 cm ein Verriegelungspunkt gesetzt werden muss.

Die zusätzliche Reserve von 23 % von der hier geschrieben wird entsteht durch den Kopplungseffekt. Unser alter Statiklehrer hat das mal so erklärt. Ein Streichholz bricht bei einer Belastung von X. Fünf miteinander verbundene Streichhölzer berechen aber nicht bei einer Belastung von X mal 5. Diese sind durch den Kopplungseffekt deutlich stabiler.
Angehängte Grafiken
Dateityp: pdf Statik_Pfosten_Flügel.pdf (193,7 KB, 14x aufgerufen)
__________________
Jürgen Sieber
Glaser aus Leidenschaft
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