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Alt 05.09.16, 18:20   #1
Landleben
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Leimholztreppe reißt

Eines Tage krachte es und die inzwischen fast 20 Jahre alte Leimholztreppe hatte einen Riß. Unten an der Wange ist ein Teil abgebrochen, welches man sicher wieder befestigen kann. Ursache war eine fehlende Schraube, so wurde die gesamte Wange unten nur von einer Schraube gehalten. Da wurden die unteren beiden Stufen nicht abgestützt. Der Treppenbauer hatte damals offenbar nur den Stopfen reingesteckt und die Schraube vergessen. Die habe ich sofort eingesetzt und die unteren beiden Stufen scheinen nun wieder belastbar.

Das größere Problem ist jedoch der Folgeschaden. Die Wange hat ebenfalls einen Riß, weil auch die dritte Stufe nicht abgestützt wurde.

Zwei herbeigerufene Tischler meinten pille-palle bzw. machen sie doch einfach eine Schraube rein. Also ging es zum Treppenbauer, doch der sagte an der Treppe mache ich nichts. Können Sie selbst versuchen mit Holzlkaltleim und einer Schraube und hoffen, das es hält. Manche schrauben sich die Treppe sogar mit Blechen zusammen, denn die Leimholzkonstruktion reißt sehr häufig. Die Einzelanfertigung einer neuen Wange samt Demontage und erneuten Montage der gesamten Treppe würde sich im Bereich einer neuen Treppe bewegen.

Nun habe ich einen befreundeten Maschinenbauingenieur und Statiker befragt, diese rieten mir in der Nähe der 3. Stufe zwei Schrauben einzusetzen, etwa 8mm Durchmesser und mind. 50-60mm Gewindelänge und noch eine auf der Länge des Risses und eine am Ende.
Die senkrechten Streben würden fast gar nichts tragen, sind mehr zur Zierde. Man kann sie mit der Hand leicht verbiegen, hier noch eine zweite Schraube unterhalb des Risses wird vermutlich nicht viel bringen? Die Wange trägt die Hauptlast und eine Bohrung von unten hat eine Kerbwirkung, sprich die Wange könnte irgendwann dort einreißen oder gar brechen. Auch könnte u.U. die nächste Holzschicht abreißen - dort, wo die Schraube zu Ende ist. Schraube von oben wäre besser, aber die müßten dann mind. 20cm lang sein bei einer nur 38,5mm dicken Treppenwange. Da muß der Bohrer aber auch wirklich 100% gerade geführt werden. Gibt es hier Erfahrungen mit solchen Reparaturversuchen? Ich weiß, dem Profi stellen sich da die Haare auf.

Nun meine Fragen:

- welchen Leim mit hoher Klebekraft verwenden? Gibt es etwas Dünnflüssiges, was auf Grund der Kapillarwirkung wenigstens teilweise in den langenRiß einziehen könnte? Oder einfach normalen Ponalleim nehmen? Das abgebrochene Teil kann ich ja vollständig abnehmen.

- welchen Schraubendurchmesser 6 oder 8mm? Bislang sind 6mm-Holzschrauben verbaut, Kernloch bei Buche-Hartholz etwa 5mm? Bei der fehlenden Schraube habe ich 4,8 vorgebohrt, die habe ich nur mit Mühe hineinbekommen. Oder gibt es für Hartholz noch andere Schrauben?

- hat der Tischler (falls es einer machen will) eine Vorrichtung, mit der man 100% gerade bohren kann vor Ort? Sonst bliebe sicher nur Handbohrmaschine und rechter Winkel.

- die Bohrungen sollten sicherlich nicht an der Grenze zwischen zwei Holzstäbchen liegen, sonst reißt es sicher bald auch dort?

- letzte, optisch sicher weniger ansprechende Lösung wäre eine massive Stütze unter der am höchsten belasteten Stufe drei, die bis auf den Fußboden reicht. Sieht nicht schön aus, sollte aber zu 100% halten.
Stufe 4 sitzt ja bereits im nicht gerissenen Holz.

Gibt es weitere Ideen und Lösungsvorschläge außer abreißen und neu bauen?

Hinweis: habe vor vielen Jahren das Haus mit eingebauter Treppe gekauft und kenne die Treppenbaufirma nicht. Die Hausfirma gibt es nicht mehr und der alte Hausbesitzer lebt auch nicht mehr.

Vielen Dank vorab.
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Geändert von Landleben (05.09.16 um 18:47 Uhr).
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Alt 06.09.16, 19:08   #2
Andy Gieß
Andreas Gieß
 
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Beiträge: 4.405
Bis auf Bild 1 sehe ich keine Problematik? Und da auch nicht unbedingt den gekennzeichneten Bereich?
Andy Gieß ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.16, 23:32   #3
Landleben
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Ort: Leipzig
Beiträge: 17
Zitat:
Zitat von Andy Gieß Beitrag anzeigen
Bis auf Bild 1 sehe ich keine Problematik? Und da auch nicht unbedingt den gekennzeichneten Bereich?
Entschuldigung, habe mich unklar ausgedrückt. Die Pfeile in Bild 1 kennzeichnen die beiden Schrauben, von denen die untere fehlte. Im Bild 2 hingegen kennzeichnen die drei Pfeile den Riß, der inzwischen etwa 1,20m lang ist. Sieht auf dem Foto wie verklebt aus, ist aber ein fühlbarer Riß. Habe deshalb noch eine Nahaufnahme angefügt.
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Alt 12.09.16, 22:44   #4
Landleben
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Beiträge: 17
Ist der Riß nun von Bedeutung oder nicht? Kennt sich denn hier niemand mit Treppen aus? So wie der Treppenbauer sagte, ist das Reißen von Leimholztreppen ein häufiges Problem, sollte also eigentlich bekannt sein?
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Alt 14.09.16, 18:00   #5
MagMog
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Ort: hessen, am main
Beiträge: 296
Guuden,

es wird kaum Jemand die Verantwortung für die Antwort:
"Macht nix, wird halten!" übernehmen, genau so wie für eine ohne Demontage kaum sachgemäß durchführbare Reparatur.
Fast genau so verwegen wäre es, als Ferndiagnose zu schreiben:
"Katastrophe! Die Treppe sofort sperren!"

Vorschlag: von unten abstützen und empirisch einen Belastungstest durchführen.

Von Leimerei und Selbstverschrauben halte ich nichts, und wer es durchführte verhielte sich in meinen Augen grob fahrlässig.

Als Trost: Fast alle Autos sind nach 20 J auch malo, warum nicht auch eine Billigtreppe. Ist immerhin günstiger!

Gut Holz! Justus.
__________________
Jegliches Befolgen des von mir Geschriebenen geschieht auf eigene Gefahr.
Gut Holz! Justus.
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Alt 15.09.16, 10:19   #6
Landleben
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Ort: Leipzig
Beiträge: 17
Eine solche Antwort habe ich auch nie erwartet. Ich habe einzelne Fragen gestellt, was für Erfahrungen vorliegen. Die Verantwortung trage ich letztlich selbst. Bis jetzt weiß ich immer noch nicht, welchen Leim man verwendet, welche Schrauben (in dieser Länge gibt es nur Spanplattenschrauben, solche sind zur Befestigung der Wange auch verwendet worden) zweckmäßig sind usw. Letzlich sind auch die Stufen eingeschraubt und halten und auch die Wange ist mit Schrauben befestigt. Unterhalb des Risses befindet sich nur eine Stufe und genau dort könnte ich abstützen. Eine Demontage kostet meines Wissens so viel wie eine neue Treppe und außerdem will das kein Treppenbauer durchführen. Somit bleibt mir nur diew Selbstreparatur. Es hat heute eben fast kein Handwerker mehr nötig, etwas zu reparieren, ist fast wie in der DDR. Nach Ablauf der Gewährleistung kann der Kunde sehen, wie er kommt.
Billigtreppe? Einem Bekannten hat man für eine vergleichbare Treppe in den 90ern 8000 DM abgenommen. Für einen Millionär ist das sicherlich billig, für alle anderen nicht.
Andere Treppen halten 100 Jahre ohne Probleme, das habe ich eigentlich als selbstverständlich vorausgesetzt.

Geändert von Landleben (15.09.16 um 10:22 Uhr).
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Alt 16.09.16, 17:29   #7
MagMog
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Ort: hessen, am main
Beiträge: 296
Guuden,

auch für eine Billigtreppe kann man viel Geld zahlen.

Es nicht so, dass kein Handwerker reparieren mag, die zunehmende Pienzigkeit vieler Kunden hat auf so manchen von uns sehr abschreckend gewirkt.
In einem Fall wie diesem ist das Haftungsrisiko einfach zu groß.
So groß, dass selbst in einem unverbindlichem Forum kaum jemand bereit ist, Handlungsanweisungen zu geben.
Der Endverbraucherschutz läuft halt manchmal voll gegen den zu Schützenden.

Gut Holz! J.
__________________
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Gut Holz! Justus.
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Alt 19.09.16, 18:42   #8
Reich
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Beiträge: 5
Hallo Landleben,
eine seriöse Lösung des Problems wirst Du nur von einem Schreiner bekommen, der Treppen selber herstellt und nicht nur montiert. Leider ist diese Gruppe rar geworden. Der Kollege, der Deine Treppe anschaute scheint mir nicht zu dieser Gruppe zu gehören oder nur im Billigsegment zu arbeiten. Reißende Leimholzplatten waren bei uns in den letzten 30 Jahren nie ein Thema. Bleche an Treppenstufen sind fast schon eine Heimwerkerlösung.
Wenn bei dieser Treppe im Verborgenen nicht mehr Arges versteckt ist schaut mir die Treppe nicht nach wirtschaftlichem Totalschaden aus.
Die Eigenreparatur ist schwierig, da das Fachwissen fehlt. Eine Treppe ist ein komplexes drei dimensionales Gebilde, an dem sich sogar manche Ingenieure und meist Statiker die Zähne ausbeißen, vor allem, wenn sie aus fremden Bereichen kommen. Zum anderen werden vom Profi Materialien verwendet, die im Baumarkt kaum zu finden sind und mit denen er vertraut ist, d.h. er weiß was er macht.

Frag doch bei der Schreinerinnung Leipzig nach einem entsprechenden Treppenbaubetrieb. Die kennen ihre Betriebe und helfen sicher gerne weiter.

Natürlich sollte man beim Vororttermin die Meinung des Handwerkers akzeptieren und bedenken, dass die eigene, oft laienhafte Vorstellung, falsch sein kann. Auch muss klar sein, dass man nach einer Reparatur keine neue Treppe hat. Man muss Kompromisse eingehen wollen und das dem Handwerker auch kommunizieren. Hier möglichst viele Betriebe für nichts einzuladen, bis eine genehme Lösung rauskommt führt zu Unwillen und zu der beklagten Servicewüste.

Viel Erfolg – M.Reich
Reich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.16, 18:21   #9
kuerbisz
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Registriert seit: 09.2014
Ort: Hamburg
Beiträge: 148
Moin,

Ich werde den Teufel tun und eine konkrete Handlungsanweisung geben! Aber wenn das meine Treppe wäre, dann würde ich mal die Begriffe "Sparren aufdoppeln" und "Konstruktionsschraube Vollgewinde" googeln und mal gucken, ob sich aus der Holzbaupraxis nicht etwas für mein konkretes Problem ableiten ließe.
Schraubenhersteller stellen zuweilen auch Bemessungshilfen für konkrete Anwendungen zum Download ins Netz, da kann man die erforderlichen Randabstände, Einschraubwinkel u.ä. rauskriegen.

Das ist jetzt Hilfe zur Selbsthilfe....
Grüße,
Hauke
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