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    Lernsituation

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    Hallo, liebe Tischler,
    ich habe ein etwas spezielles Anliegen. Ich bin Lehrer an einer Berufsschule und wir arbeiten mit Lernsituationen (Das sind fiktive Situationen, an denen die SuS lernen sollen). Jetzt habe ich morgen eine neue Tischlerklasse und wollte gerne eine authentische Situation schaffen, welche dazu führt, dass wir über Umwelt und Schöpfung sprechen. In der Situation geht es um folgendes:

    Marius: "Ich hatte letzte Woche ein blödes Erlebnis. Jemand im Betrieb hat recht großes Stück Holz nicht mehr wiederverwertet und es entsorgt. Dabei ist die Anweisung eigentlich klar. Wir sollen so gut es geht, alles weiterverarbeiten!“
    Simon: „Hast du das denn angesprochen?“
    Marius: „Ja. Er meinte, das Stück sei einfach zu klein und der Aufwand lohnt sich einfach nicht. Es wäre sogar für den Betrieb günstiger, das Stück wegzuschmeißen.“

    Ist das so in der Form realistisch, dass es kleine Holzabfälle gibt, die man aber noch wiederverwerten könnte, sofern man sich wirklich Mühe gibt? Das ganze sollte schon etwas authentisch wirken und ich habe von Holztechnik leider gar keine Ahnung. Gibt es sonst etwas ähnliches, wo ihr sagen würdet, dies könnte man gut in der Situation als Stoff nutzen, der entsorgt wurde? In der Intention soll es nachher darum gehen, dass die SuS darüber nachdenken, wie wir mit den Ressourcen auf unserem Planeten umgehen und auch, wenn es erheblich mehr Arbeit macht, ist es trotzdem wichtig, dass man verantwortungsvoll mit diesen umgeht, bzw. sich zumindest darüber klar ist, was man tut!

    Viele Grüße wünsche ich =)
    Paddel

    #2
    Hallo

    durchaus ein Thema das man im Laufe der Ausbildung ansprechen muss. ABER in der ersten Stunde ?????
    Das Thema kann man sogar so komplex aufziehen ndass man da sicher mehrere Stunden mit bedienen kann.
    Der Neu-AZUBI kann das Thema aber auch noch nicht einordnen.. Klar entstehen Reste die entsorgt werden müssen.
    Der Verwendung der Reste und evtl auch deren Größe hängt sicher vom jeweiligen Betrieb ab. Und auch der Holzart.
    WENN überhaupt HOLZ verarbeitet wird und nicht vorrangig Plattenwerkstoffe.

    Eine Authentische Situation für den AZUBi der gerade angefangen hat zu lerenen wäre für mich eher das Kennenlernen der Maschinen und Werkzeuge.
    OK Maschinen ist eher was für die Werkstatt , lernt sich am Objekt besser als in der Theorie.
    Werkzeuge: das war bei uns der Aufbau der Hobelbank und die Grundbegriffe (z.B. Winkel an den Schneiden, bzw. Schneidengeometrie an Kreissägeblättern). Das ist etwas was man als Schreiner fast tagtäglich braucht und mit dem Wissen der Azubi von anfang an in jedem Betrieb was anfangen kann.
    Ich habe mich schon als Schüler, Student usw. immer aufgeregt wenn ich was lernen sollte/ musste was nicht selten erkennbar ich für meinen Job nie gebrauchen kann.
    Nie ist bei dem Thema Ökologie, bzw verantwortungsbewusster Umgang mit unseren Ressourcen sicher völlig falsch. Aber der Lehrling sollte das irgendwie einordnen bzw mitreden können.
    Als sehr gegensätzliche Bsp. wobei auch fiktiv und sehr konstruiert: Tischplattenproduktion für Bierzeltgarnituren Länge 1200 mm, Breite 120 mm wird zu Feuerholz, weil für die Produktion unbrauchbar.
    Schmuckkästenbau: 200 mm * 30 mm Leiste aus Elsbeere geriegelt. Das gibt als Griffleiste den Blickfang in einer Schatulle, die im Verkauf fast 4 Stellig anzusiedeln ist.
    Um das zu verstehen sollte man schon etwas Einblick in die Holzarten, Holzauswahl, Arbeitsweisen, usw. haben.
    Wie gesagt das bsp ist sehr konstruiert.
    Eine andere Mgl für eine erste Stunde könnte aus meiner Sicht die "Geschichte" des Möbelbaus des Schreiners/ Tischlers in ganz groben Zügen sein.
    Also z.B. die ersten eher einfachen Sitzmöbel aus der Antike, Türen und einfache Kastenmöbel im frühen MIttelalter, sehr dekorative Möbel aus Barock und Rokkoko. Begeisterung wecken für optisch wie technisch anspruchsvolles aus Holz ( da fällt mir immer der olle Roentgen ein und zwar bewusst der mit oe und nicht mit "Ö". Also Abraham und David Roentgen und nicht der Wilhelm Conrad Röntgen.
    Beginnende "industrielle" Fertigung, Designklassiker alá Thonet, Riemerschmid und Co. bis hin zu dem heutigen "Möbelbau" mit weit mehr Materialien als Holz, Holzwerkstoffen, Glas, Metalle, Kunststoffe, Kunstminerale, Licht, Design. Man muss nicht detrailiert auf Stilrichtungen und geschichtlichen Hintergrund eingehen. Hier kann man Bilder sprechen lassen, was zumindest bei mir mehr haften bleibt als Theorie über Ökologie.
    Vielfach fehlt das Wissen um die Geschichte unseres Berufs, die Vielfältigkeit, persönliche Zukunfstmgl. und die Begeisterung.

    Zuletzt geändert von GS-Holzwurm; 02.09.18, 19:00.
    Ciao von now
    Carsten

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      #3
      Nur vom ganz groben her ist da schon ein entscheidender Fehler:

      Wir "werfen nichts weg" sondern "wir verwerten es thermisch" "Klimaneutral"

      In der Regel können wir auch Sortierungen an Holz bestellen, wo sehr wenig "Verschnitt" anfällt. Wenn das Normale dann aus der Stammware im Betrieb geschnitten wird, fällt dann halt Verschnitt an.

      Der Kernpunkt ist die "Verwertung"

      Ich bin sicher nicht schlechter als viele Andere, die mit Pellets heizen

      Aber der Begriff "weg schmeißen" ist sehr sehr kurz gedacht
      Zuletzt geändert von C.Kusnik; 03.09.18, 10:35.

      Kommentar


        #4
        Vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Ich bitte um Entschuldigung. Die Ereignisse haben sich privat bei mir etwas überschlagen. Mir hat das hier sehr weitergeholfen =)

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