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Stahlverstärkung in KS-Profil außerhalb der Systemgeber-Spec

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    Stahlverstärkung in KS-Profil außerhalb der Systemgeber-Spec

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    Liebe sachverständige Systemverarbeiter,

    gestern wurde ich bei einem Bekannten mit einer neuen Situation konfrontiert...

    Vorgeschichte:

    An einer Stulp-Terrassentür gab es schon kurz nach Einbau Reklamationen wegen des wackeligen Griffes und Verdrehen des Holmes. Daraufhin hat der Hersteller irgendwann mal die Info zum verbauten Stahl geliefert. Allerdings war der Flügel laut Systemgeber-Spec auch danach schon unterdimensioniert: Die Angabe des Herstellers lieferten einen Flügel aus Profilgruppe PG1, dabei hätte der Flügel - je nach Stulpgruppe - PG3 oder PG4 sein müssen. (Anders: er war gut 60cm höher als nach Spec erlaubt.)

    Die Herstellerinfo zum verbauten Stahl hatte ich an sich geglaubt, es war ja auch schon ein Mangel, allerdings tauchte nun die Frage auf, ob denn überhaupt Stahl drin sei, weil der Rahmen sich so stark verwindet.

    Wir haben nun gestern das Bauteil geöffnet und fanden vor:

    Im Gehflügel ist ein Stahl verbaut, aber dieser ist noch schwächer als der vom Hersteller angegebene zur PG1, welcher eh schon der schwächste aus der Profilgruppen-Spec ist!
    Der gefundene Stahl taucht in der Tabelle zu dieser gar nicht auf, nirgends!

    Meine Interpretation dazu:

    Mit diesem Stahl lässt sich gar kein Flügel nach den Systemvorgaben bauen, so dieser eine Stahlverstärkung benötigt.
    Alle Elemente mit diesem Stahl, auch etwas kleinere, hätten so nicht verkauft/in den Verkehr gebracht werden dürfen, CEs sind falsch, da die Flügel nicht von der "Systemzulassung" erfasst sind. Das Produkt ist mangelhaft.
    (Der Stahl kann allenfalls als Bonus bei Elementen eingesetzt werden, die auch ohne Verstärkung systemgerecht sind, z.B. kleine Flügel bis max. 800 x 1000 mm)

    Ist das korrekt oder übersehe ich hier etwas?

    Ich bin immer noch etwas geschockt über diesen Fund und würde mich über aussagekräftige Antworten sehr freuen.

    Viele Grüße
    Annette
    Disclaimer: Bin Bauherrin ...

    #2
    Grüß Gott,
    …… was wurde aus der deutschen Wertarbeit?

    Einen Mangel im Bezug auf das CE würde ich erst nachdem offiziell eine Leistung im Nachtrag nicht nachgewiesen werden kann aussprechen.
    Ob der Systemgeber so eine Türe bauen kann, ist ohne exakte Überprüfung der Sachlage, nicht zu beantworten.
    herzliche Grüße aus der Oberpfalz, Karl Standecker

    Kommentar


      #3
      @Anette...
      das böse Wort mit M fällt zu früh. Bitte die CPR/EUBauPVO beachten...
      Mit freundlichen Grüßen

      Ralf Spiekers
      Tischler Schreiner Deutschland
      Technik - Normung - Arbeitssicherheit

      Kommentar


      • Axel
        Axel kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        ...warum? Wenn es nicht nach Systemvorgaben gebaut ist sondern mit nicht Systemkonformen Material? Warum soll das dann nicht mangelhaft sein?

      #4
      Zitat von kstandecker Beitrag anzeigen
      Grüß Gott,
      …… was wurde aus der deutschen Wertarbeit?
      Ich kenne diese Verarbeitungsweise hinsichtlich sparsam eingesetzter Stahlprofile von Herstellern mit Firmensitz östlich von Berlin.
      Klaus Hermann Ries (khr)

      Kommentar


        #5
        Zitat von khr Beitrag anzeigen

        Ich kenne diese Verarbeitungsweise hinsichtlich sparsam eingesetzter Stahlprofile von Herstellern mit Firmensitz östlich von Berlin.
        Ne, nix da: Hersteller und Verkäufer/Monteur beide aus dem Südwesten unserer Republik.
        Disclaimer: Bin Bauherrin ...

        Kommentar


          #6
          Vielen Dank für die Antworten.

          Ich kann nachvollziehen, dass ein Element, das außerhalb der Systemvorgaben gebaut wurde, trotzdem die im CE festgehaltenen Leistungsmerkmale erfüllen kann. (@Karl Standecker)

          (@Spiekers) Das bisschen, was ich mal zu den Formalitäten wusste, habe ich leider größtenteils zwischenzeitlich vergessen - und up to date wäre es ja eh nicht mehr, aber ich gehe davon aus, dass mein Grundverständnis noch stimmt:
          Ein geregeltes Bauprodukt - wie serienmäßige Fensterelemente - braucht ein CE, damit es in Verkehr gebracht werden darf. Damit es das CE bekommt, muss es gewissen Formalitäten genügen, bei den Systemfenstern dann halt gegeben durch die Systemprüfungen und eine Fertigung nach diesen - so es keine Einzelprüfungen gibt - mit entsprechender Protokollierung. Dann darf man das Fenster mit dem CE losschicken.
          Wurden die Systemvorgaben nicht eingehalten, darf das Fenster ohne weitere Prüfungen, Berechnungen, o.ä. nicht einfach ein aus der Luft gegriffenes CE ausgestellt bekommen und mit diesem verkauft werden.
          Dass das nicht unbedingt ein technischer Mangel sein muss, verstehe ich (siehe erster Satz). Aber es bleibt doch dabei: das Fenster hätte so nie verkauft werden dürfen, da es kein "berechtigtes" CE hat. Oder?

          Viele Grüße
          Annette
          Disclaimer: Bin Bauherrin ...

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            #7
            Zitat von aeb Beitrag anzeigen
            (@Spiekers) Das bisschen, was ich mal zu den Formalitäten wusste, habe ich leider größtenteils zwischenzeitlich vergessen - und up to date wäre es ja eh nicht mehr, aber ich gehe davon aus, dass mein Grundverständnis noch stimmt:
            Ein geregeltes Bauprodukt - wie serienmäßige Fensterelemente - braucht ein CE, damit es in Verkehr gebracht werden darf. Damit es das CE bekommt, muss es gewissen Formalitäten genügen, bei den Systemfenstern dann halt gegeben durch die Systemprüfungen und eine Fertigung nach diesen - so es keine Einzelprüfungen gibt - mit entsprechender Protokollierung. Dann darf man das Fenster mit dem CE losschicken.
            im Prinzip richtig.

            Zitat von aeb Beitrag anzeigen
            Wurden die Systemvorgaben nicht eingehalten, darf das Fenster ohne weitere Prüfungen, Berechnungen, o.ä. nicht einfach ein aus der Luft gegriffenes CE ausgestellt bekommen und mit diesem verkauft werden.
            genau so ist es

            Zitat von aeb Beitrag anzeigen
            Dass das nicht unbedingt ein technischer Mangel sein muss, verstehe ich (siehe erster Satz).
            das ist auch richtig.

            Zitat von aeb Beitrag anzeigen
            Aber es bleibt doch dabei: das Fenster hätte so nie verkauft werden dürfen, da es kein "berechtigtes" CE hat. Oder?
            das weiß ich - mit Verweis auf die CPR bzw. EUBauPVO nicht.
            Mit freundlichen Grüßen

            Ralf Spiekers
            Tischler Schreiner Deutschland
            Technik - Normung - Arbeitssicherheit

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              #8
              Hallo Herr Spiekers,

              vielen Dank für die Antwort, es freut mich, dass ich zumindest so weit richtig bin.

              Dann bekomme ich nur einen Krampf ins Gehirn, wieso ich hier das böse M-Wort noch nicht verwenden kann.
              Ein Werk sollte doch schlicht und ergreifend - in Teilen - mangelhaft sein, wenn mir in dessen Rahmen etwas verkauft wurde, was eigentlich gar nicht auf den Markt hätte dürfen...

              Muss man sich hier wirklich die Diskussion antun, es ist ja nur formal, technisch könnte es ja passen, also darf der Hersteller nochmal nachprüfen, nachweisen, nachkarten? (Gut, das wird hier auch technisch nicht passen, weil es einfach so jenseits weit entfernt ist, deswegen mache ich mir hier keine Sorge. Aber schräg fände ich das schon.)

              Aber vermutlich driften wir hiermit dann zu sehr vom Fensterspezifischen ins Rechtliche ab...

              Beste Grüße nach Berlin
              Annette
              Disclaimer: Bin Bauherrin ...

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