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Schallschutzfenster - Beste Verglasung für sehr nahe Straße

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    Schallschutzfenster - Beste Verglasung für sehr nahe Straße

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    Hallo,
    ich habe als langjähriger Mitleser schon viel von euch allen gelernt und hätte nun eine sehr spezifische Frage zu Schallschutzfenstern:
    Für ein Schlafzimmerfenster, das nur ca. 8 Meter Luftlinie von einer mit Tempo 50 befahrbaren (leider aber mit viel höheren Geschwindigkeiten befahrenen) Straße liegt, suche ich nach der bestmöglichen Verglasung für ein Schallschutzfenster.

    Ist-Zustand:
    • 30 Jahre altes, zweiflügeliges Holz-Isolierglas-Fenster 1440x1670mm
    • Außenwand aus Gasbeton, d=25cm + beidseitiger Putz
    • Rollladenkasten in der Wand
    • Bei geöffnetem Fenster Schallpegelspitzen von ca. 65-75db(A), verursacht durch 90% normale Pkw sowie einen kleinen Anteil Motorräder und ganz wenige Lkw.
    • Die Straße ist vor allem zu Stoßzeiten befahren mit ca. 200-300 Fahrzeugen/Stunde, ansonsten eher wenig.
    • Was an dem Lärm stört, sind also die in unregelmäßigen Abständen auftretenden Lärmspitzen, da die Fahrzeuge eben - gerade weil die Straße normalerweise beinahe leer ist - mit überhöhter Geschwindigkeit fahren. Wenn man also mal ausschlafen oder zu ungewöhnlichen Zeiten ruhen möchte, ist das nicht leicht.
    Ein Schreiner, der im Ort für zuverlässige, solide Arbeit bekannt ist (aber wahrscheinlich eher kein Profi für Schallschutzfenster ist), bietet mir folgende Lösung an:
    • PVC, 82mm, 6-Kammer Rahmenprofil mit Mitteldichtung (große polnische Firma)
    • Verglasung mit zwei Scheiben: 8mm / 10mm Abstand / 6mm.
    • Laborwert der Schalldämmung dieser Kombination: 42db, also effektiv eher zu erwarten 40db. (C und Ctr-Spektrum-Anpassungswerte unbekannt.)
    • Das Fenster soll mit Schalldämmschaum von Würth eingeschäumt werden. Der Schreiner meint, Kompribänder lösen sich mit der Zeit auf, mit Schaum hat er dagegen gute Langzeiterfahrungen gemacht. (Wobei die Frage ist: Mit genau dem Schaum, den er heute verwendet, wohl kaum...) Außen und innen sollen Kunststoffabdeckleisten geklebt und zur Wand hin mit Akryl angeschlossen werden.
    • Zusätzlich soll der Rollladenkasten mit Spezialschaummatten gedämmt werden.
    Nun meine Fragen:
    1. Sollte man bei starkem Lärm aus nächster Nähe nicht lieber noch dickeres Glas verwenden (insbesondere auf der Außenseite) und einen höheren Zwischenabstand als nur 1cm?
    2. Wie seht ihr die vorgeschlagene Montage? Kann so etwas überhaupt innen dampfdicht sein? Müssen da nicht noch Folien unter die Leisten?
    3. Wie sinnvoll wäre es, ein noch teureres und schalldichteres Fenster zu nehmen? Ich sehe das bislang so: Da eine Gasbetonwand sowieso keinen höheren Schallschutz als ca. 45db leistet und der Rollladen nochmal für Undichtigkeit sorgt, bringt eine noch höhere Schallschutzklasse beim Fenster sowieso nicht mehr.
    Vielen Dank fürs Lesen. Ich wäre für jeden Tipp dankbar.

    #2
    Grüß Gott,
    ……. nur so meine Gedanken.
    - die Montagebeschreibung entspricht nicht den anerkannten Regeln der Technik
    - 42 db sind jetzt auch nicht der Renner, es sollte die Frequenz der Schallquelle zur Verglasung geplant werden
    - Mauerstärke mit Putz um die 29/30cm wirkt auch nicht berauschend
    ……. gefühlt haben Sie ein neues Fenster mit gleichen oder sogar weniger Wirkungsgrad.

    Ein Professor aus Rosenheim hat vor ca. 20 Jahren in Frankfurt einen Test zum Schallschutz an einer viel befahrenen Straße gemacht.
    Er hat die alten Fenster belassen, hat dann Vorbaurollladen mit einem Abstand von 15 cm Rollladen Panzer zu Glas verbaut,
    die Maßnahme brachte über 10 db Verbesserung.

    Ich denke, ich würde den Rollladenkasten stilllegen ( komplett mit Schalldämmmaterial ausfüllen) und ein Vorbauelement montieren.
    Wenn's dann noch nicht reicht kann man immer noch ein neues Fenster einbauen.
    herzliche Grüße aus der Oberpfalz, Karl Standecker

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      #3
      Hallo,
      vielen Dank für die Tipps!
      Vorbaurollladen sind leider nicht möglich, da das äußere Erscheinungsbild der Fassade nicht verändert werden soll (Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen).
      Gut ist schon einmal, dass der Rollladen, egal ob er oben oder unten ist, keinen Einfluss nimmt auf den wahrgenommenen Lärm. Vielleicht bringt Auskleiden des Kastens also doch etwas.
      Zur Frequenz kann ich nur sagen, dass die Lärmquelle beinahe ausschließlich Pkw sind, die mit ca. 50km/h in 8m Entfernung vom Fenster vorbeifahren. Das sind ja beinahe Standardwerte für Schallemissionsmessungen, vielleicht gibt es da Tabellen? (Ich selbst konnte leider keine finden.)

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        #4
        Fenster aus Polen kaufen und glauben, Kompribänder lösen sich auf. Der Kollege soll sich besser sein Lehrgeld zurückgeben lassen und ein paar Jahre auf Wanderschaft gehen. Meine Fresse.
        Klaus Hermann Ries (khr)

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          #5
          Das Stichwort heißt NOMOGRAMM... Hier mal ein Link....

          https://www.staedtebauliche-laermfib...100&p2=3.1.2.4
          Mit freundlichen Grüßen

          Ralf Spiekers
          Tischler Schreiner Deutschland
          Technik - Normung - Arbeitssicherheit

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            #6
            Sehr hilfreich, vielen Dank! Auch aus diesen Nomogrammen ergibt sich die mir bereits bekannte Spitzenbelastung von etwa 65-75 db(A). (Das wurde mal mit einem sehr einfachen Messgerät ermittelt.)
            Inzwischen habe ich auch die üblichen Frequenzen von Straßenverkehr (500-1000Hz) und den Prüfbericht für die Fenster ausfindig gemacht. Das vorgeschlagene Fenster meines Schreiners ist auf diese Frequenzen optimiert, d.h. im Bereich über 600Hz dämmt es Schall eher noch besser als um den Durchschnittswert von 42db. D.h. das Fenster sollte so ungefähr stimmen.
            Sofern es korrekt eingebaut wird und man den Rollladen zur Not nachträglich stilllegt, sollte ich also die Spitzenwerte auf erträglichere 25-35db(A) reduzieren können. Damit könnte ich gut leben.
            Ich werde noch einmal mit dem Schreiner reden und sehen, ob er nicht doch eine RAL-Montage ausführen mag.
            Mit "polnischer" Firma meine ich übrigens V_eka. (Markennamen bitte löschen, wenn nicht erwünscht.)

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            • M.M
              M.M kommentierte
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              Die Firma V_eka ist ein Systemgeber, d.h. die geben die Profile und halt das System, die produzieren keine Fenster. Ihr Hersteller muss also ein anderer sein.

            #7
            Ja, die Fenster würde mein Schreiner dann selbst aus dem System zusammenbauen, er sagt, das sei wie Lego.

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              #8
              Zitat von Hölz Würm Beitrag anzeigen
              ....., das sei wie Lego.
              ...dann lesen sie hier mal ein bisschen im Forum. Dann wissen sie was man beim Spielen mit Lego alles falsch machen kann.
              Es fehlen einem manchmal einfach die Worte....
              Axel Witzki

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                #9
                Aber werden nicht beinahe alle Fenster von den Glasern vor Ort zusammengebastelt? Soviel ich weiß, baut Internorm das ganze Fenster schon in der Fabrik zusammen (Fehler können da natürlich auch passieren, oder?), aber bei anderen Marken wird das doch immer irgendwie "Lego" sein?

                Kommentar


                  #10
                  ...wenn sei meinen Investitionen weit im sechsstelligen Bereich, permanente Weiterbildung, WPK, CE, ausgebildete Fachleute, Fuhrpark,..... gehören zum Spielzeug des Gläsers um die Ecke, dann liegen sie vielleicht richtig. Ich kenne keinen.
                  Axel Witzki

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                    #11
                    Zitat von Hölz Würm Beitrag anzeigen
                    Aber werden nicht beinahe alle Fenster von den Glasern vor Ort zusammengebastelt? Soviel ich weiß, baut Internorm das ganze Fenster schon in der Fabrik zusammen (Fehler können da natürlich auch passieren, oder?), aber bei anderen Marken wird das doch immer irgendwie "Lego" sein?

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                      #12
                      Danke für den konstruktiven Beitrag, Siggi.

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                        #13
                        Zitat von Hölz Würm Beitrag anzeigen
                        Ja, die Fenster würde mein Schreiner dann selbst aus dem System zusammenbauen, er sagt, das sei wie Lego.
                        Ich glaube , hier liegt ein Missverständnis vor

                        Ihr Schreiner baut die Fenster nicht, höchstens er hat eine Kunststoff Fensterproduktion

                        Ansonsten wird er, wie hier auch viele , diese bei seinem Hersteller bestellen.
                        Er gibt dem Hersteller vor, was er braucht und will.

                        Mein Hersteller z.B. erstellt mir dann ein Angebot.
                        In diesem sind meine Forderungen erfüllt, oder aber
                        er weist mich auf Probleme hin, auf Sachen , die nach den Systemvorgaben von V_eka nicht möglich sind
                        oder aber , das ich Zusatzteile benötige, wenn .... usw.

                        Die Systemvorgaben sind deshalb ja erstellt worden, weil die Fenster in den verschiedenen Ausführungen geprüft worden.
                        Teilweise prüft der Hersteller auch wieder auf eigenen Prüfständen.

                        Das ist kein Lego
                        das ist ein sehr ausgefeiltes System
                        Oft sehr komplex, und mit jahrelangen Erfahrungen und Prüfungen

                        Das ganze ist ein Baukastensystem, jedoch nicht mit dem Begriff "Lego" (was man landläufig darunter versteht) so herab zu würdigen.

                        Das ist eine zunehmende Geschichte, das solche Sachen als "einfach" bezeichnet werden, obwohl oft sehr komplex
                        Da´die ja jeder verkauft und jeder einbauen darf, kann das ja nicht viel sein



                        Grüße aus dem Saarland
                        Michael Melchior

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                          #14
                          Zitat von M.M Beitrag anzeigen

                          Ich glaube , hier liegt ein Missverständnis vor

                          Ihr Schreiner baut die Fenster nicht, höchstens er hat eine Kunststoff Fensterproduktion

                          Ansonsten wird er, wie hier auch viele , diese bei seinem Hersteller bestellen.
                          Er gibt dem Hersteller vor, was er braucht und will.

                          Mein Hersteller z.B. erstellt mir dann ein Angebot.
                          In diesem sind meine Forderungen erfüllt, oder aber
                          er weist mich auf Probleme hin, auf Sachen , die nach den Systemvorgaben von V_eka nicht möglich sind
                          oder aber , das ich Zusatzteile benötige, wenn .... usw.

                          Die Systemvorgaben sind deshalb ja erstellt worden, weil die Fenster in den verschiedenen Ausführungen geprüft worden.
                          Teilweise prüft der Hersteller auch wieder auf eigenen Prüfständen.

                          Das ist kein Lego
                          das ist ein sehr ausgefeiltes System
                          Oft sehr komplex, und mit jahrelangen Erfahrungen und Prüfungen

                          Das ganze ist ein Baukastensystem, jedoch nicht mit dem Begriff "Lego" (was man landläufig darunter versteht) so herab zu würdigen.

                          Das ist eine zunehmende Geschichte, das solche Sachen als "einfach" bezeichnet werden, obwohl oft sehr komplex
                          Da´die ja jeder verkauft und jeder einbauen darf, kann das ja nicht viel sein


                          Grüßle aus Münchingen
                          Freddy Esslinger

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                            #15
                            Freddy Esslinger
                            Danke, so wird es sein. Entschuldigung, wenn ich mit unklarer Ausdrucksweise Verwirrung gestiftet haben sollte. Der Schreiner bestellt die V_eka-Fenster bei seinem Hersteller (den ich nicht kenne) und wird nach Lieferung wohl noch das eine oder andere Detail daran ändern/vervollständigen/einstellen.

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