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Lecks in der Fensterdichtung - Kondensat Schimmel im Falz

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    Lecks in der Fensterdichtung - Kondensat Schimmel im Falz

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    Hallo Forum!

    Bei meinem Einfamilienhaus wurden 2015 Alu-Kunststofffenster verbaut bei denen seit dem ersten Winter starke Kondensatbildung und Schimmel im Falz entsteht.
    Das Problem tritt vermehrt im Obergeschoß auf sobald es außen Kalt ist - unter ca. 0°C - über den ganzen Winter.
    Der Hersteller hat bereits mehrmals einen Techniker geschickt der die Fenster lediglich nachstellte. Des weiteren riet dieser zu zusätzlichem Stoßlüften um die Luftfeuchtigkeit zu senken.
    Die Luftfeuchtigkeit liegt im Winter in einem normalen, gesunden Bereich von ca. 40% bei 22°C.

    Das Haus ist mit einer Wohnraumlüftung mit Enthalpiewärmetauscher ausgestattet. Ohne Enthalpiewärmetauscher wäre die Luftfeuchtigkeit im Winter ständig unter 20%.
    Die Wohnraumlüftung wurde vom Hersteller für einen 0,4 - 0,5 fachen Luftwechsel geplant und von einer Fachfirma installiert. Die Lüftungsanlage arbeitet im Gleichlaufbetrieb - die geplanten Luftmengen wurden vom Hersteller ebenso eingemessen.
    Das Haus ist ein 2-geschoßiger Ziegelbau mit Wärmedämmverbundsystem. Es gibt keine außergewöhnlichen Feuchtigkeitsquellen im Haus (keine Sauna, Dampfbad, Aquarium etc., kaum Zimmerpflanzen).

    Da nun seitens des Fensterherstellers mitgeteilt wurde das bei den Fenster alles passt und nichts mehr unternommen wird habe ich diese selber genauer untersucht und konnte offensichtliche Lecks bei der mittleren und inneren Dichtungsebene feststellen.

    Die mittlere Dichtung ist in den Ecken nicht auf Gehrung geschnitten sondern wird mit einer Rundung um die Ecken geführt. Die Auflageflächen am Rahmen ist in den Ecken rechtwinkelig und somit entsteht in jeder Ecke ein Durchlass.

    Die Auflage der inneren Dichtung ist in den Ecken ebenso unsauber.
    Des Weiteren gibt es bei der inneren Dichtung beim Stulp Lecks wo ungehindert ein Kartonstreifen ohne Widerstand durchgeschoben werden kann.
    Die äußere Dichtungsebene ist durch die Entwässerungsöffnungen und bewusst öffenen Stellen im oberen Bereich für die Luftdichtheit wenig relevant.

    Das Kondensat und folglich der Schimmel treten vornehmlich direkt im Bereich der Lecks auf.

    Nun habe ich den Hersteller auf die offensichtlichen Lecks in den Dichtebenen samt Fotodokumentation hingewiesen. Dieser behauptet trotzdem das die Kondensationsprobleme höchstwahrscheinlich durch falsches Lüftungsverhalten entstehen.
    Er möchte eine Messung des Raumklimas über einen längeren Zeitraum veranlassen und ein Gutachten erstellen lassen. Dieses soll beweisen das die Schuld bei mir liegt. Falls die Schuld bei mir liegt darf das Gutachten natürlich ich zahlen (grobe Schätzung ca. 2.000 €).

    Ich halte das Verhalten des Herstellers für eine Frechheit - sollte dieser nicht zuerst einmal die Dichtungen in Ordnung bringen?
    Mir ist bewusst das die Normen eine gewisse Undichtheit der Fenster erlauben, ich kann mir jedoch nicht vorstellen das ein Fenster mit offensichtlichen Lecks bei den Dichtungen so durchgeht.
    Ist es zu viel verlangt das ein namhafter österreichischer Fensterhersteller bei einem Fenster aus dem oberen Preissegment zumindest überall anliegende Dichtungen einbaut?

    Ich bitte um eure Meinung zu diesem Thema!


    Mit freundlichen Grüßen aus Österreich!

    #2
    IMG_0008.JPGIMG_0009.JPG
    IMG_8087.JPG
    Die Auflage am Rahmen ist rechtwinkelig - blaue Linie

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      #3
      Guten Tag,

      wir wissen zu wenig, um die Frag(en) beantworten zu können. Ich glaube Ihnen natürlich, das JETZT die rel. Feuchte bei 40% im Winter ist, aber war das DAMALS auch so (Baufeuchte?)... Bei Kondensat kommen immer Dinge zusammen:
      1. Feuchte
      2. Temperaturdifferenz (Abkühlung)

      Ein kaltes Weißbierglas kondensiert übrigens im Sommer auch... Also, wenn man an die Werbung denkt, wo das Glas außen so schön prickelt...

      Das "Leck" müsste man sehen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ralf Spiekers
      Tischler Schreiner Deutschland
      Technik - Normung - Arbeitssicherheit

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        #4
        So, jetzt haben Sie Bilder eingestellt...
        also, das ist eine lokale Undichtigkeit, die man besser gestalten KANN, ob man es MUß, ist die Frage, was der Systemgeber diesbezüglich sagt. VERMUTLICH nein, da/wenn die Luftdichtheitsklasse des Elementes erreicht wird.

        Weitere Frage, wie läuft Ihre Lüftung? Überdruck, Unterdruck, Wechselbetrieb?
        Zuletzt geändert von Spiekers; 22.06.2020, 10:32.
        Mit freundlichen Grüßen

        Ralf Spiekers
        Tischler Schreiner Deutschland
        Technik - Normung - Arbeitssicherheit

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          #5
          Die Lüftung läuft grundsätzlich im Gleichlaufbetrieb. Zu- und Abluftmengen werden mittels Drucksensoren und Drehzahlregelung gesteuert. Natürlich kann durch gegebene Toleranzen im System ein minimaler Über- oder Unterdruck entstehen.

          bezüglich Undichtheit:
          Die Luftdichtheitsklassen sind anscheinend so großzügig definiert das auch offensichtliche Lecks möglich sind?

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            #6
            Guten Tag,

            Sie scheinen eine andere Vorstellung von einer Luftdichtheitsklasse zu haben, als ich.
            Es geht auch um den benutzerunabhängigen Luftwechsel. Die EnEV formuliert in Deutschland (siehe Satz (2):
            § 6 Dichtheit, Mindestluftwechsel
            .
            (1) Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist. Wird die Dichtheit nach Satz 1 überprüft, kann der Nachweis der Luftdichtheit bei der nach § 3 Absatz 3 und § 4 Absatz 3 erforderlichen Berechnung berücksichtigt werden, wenn die Anforderungen nach Anlage 4 eingehalten sind.
            (2) Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist.

            Übrigens, ein BD-Verfahren am Fenster ist NICHT vorgesehen.
            Mit freundlichen Grüßen

            Ralf Spiekers
            Tischler Schreiner Deutschland
            Technik - Normung - Arbeitssicherheit

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              #7
              Ich denke die Baufeuchte ist nach 4 Jahren kein Thema mehr.

              Die digitalen Aufzeichnungen einer Netatmo Wetterstation zeigen nur selten kurzzeitige Werte über 55% Luftfeuchtigkeit in den letzten Wintern. Der Durchschnitt liegt bei ca. 40% Luftfeuchtigkeit bei ca. 22°C.


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                #8
                ...hmmm...

                ich habe nicht geschrieben das JETZT die Feuchte falsch ist, sondern VIELLEICHT damals.
                Mit freundlichen Grüßen

                Ralf Spiekers
                Tischler Schreiner Deutschland
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                  #9
                  Fenster sind auch nicht "hermetisch dicht", sondern besitzen eine Luftdichtheitsklasse, die folglich im Umkehrschluß Luft durch lässt. Übrigens ist es kein Thema von kalter Luft von Außen nach innen, sondern von warm(feuchter) Luft von innen nach Außen.
                  Zuletzt geändert von Spiekers; 24.06.2020, 06:59.
                  Mit freundlichen Grüßen

                  Ralf Spiekers
                  Tischler Schreiner Deutschland
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                    #10
                    Ich muss mich auf das österreichisches Recht beziehen.
                    Grundsätzlich sagt das Niederösterreichische Baurecht das schädliches Kondensat im inneren von Bauteilen zu vermeiden ist.

                    1.PNG
                    2.PNG
                    3.PNG

                    Nun kann wohl der Fensterhersteller sagen ich soll die Kondensation in seinen undichten Fenstern durch Stoßlüften und absenken der Luftfeuchtigkeit vermeiden und schiebt die Schuld von sich.
                    Ich frage mich dann wozu habe ich eine Wohnraumlüftung die ein normales, empfohlenes Raumklima erzeugt.
                    Ich möchte meine Familie nicht den ganzen Winter eine "staubtrockene" Luft von unter 20% Luftfeuchtigkeit aussetzen nur damit die mangelhaften Fenster funktionieren.
                    Angehängte Dateien

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                      #11
                      Guten Tag,
                      es geht wohl auch in Österreich NUR darum,

                      n50 = 1,5 zu erreichen (für die BAUTEILANSCHLUßFUGE die nicht gleichzusetzen ist mit der FUNKTIONSFUGE im Bauteil!) und
                      die Wärmebrücken WEITESTGEHEND zu reduzieren.
                      Zuletzt geändert von Spiekers; 24.06.2020, 07:00.
                      Mit freundlichen Grüßen

                      Ralf Spiekers
                      Tischler Schreiner Deutschland
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                        #12
                        Frage:
                        was ist denn in der Bauphase gewesen? auch 40% rel. Luftfeuchte? Winterbau, d.h. Fenster im Herbst. rein und dann kam der Estrich?
                        Mit freundlichen Grüßen

                        Ralf Spiekers
                        Tischler Schreiner Deutschland
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                          #13
                          Bereits 1 Jahr nach Fertigstellung nur mehr 30% Luftfeuchtigkeit auf Grund der Wohnraumlüftung ohne Feuchterückgewinnung.
                          Eine Wohnraumlüftung ohne Feuchterückgewinnung wirkt im Winter wie ein riesiger Lufttrockner.
                          IMG_9530.JPG
                          2016-12-08 001.JPG
                          Fensterrahmen am gleichen Tag.

                          Kommentar


                            #14
                            Hmmm... es geht nicht darum wie 1 Jahr nach dem Unfall man Auto gefahren ist, sondern zum Zeitpunkt des Unfalls.

                            Auf dem Bild sehe ich eine "hängende" Dichtung... Sieht auch eher danach aus, dass von innen Luft rein, aber nicht raus kann.
                            Mit freundlichen Grüßen

                            Ralf Spiekers
                            Tischler Schreiner Deutschland
                            Technik - Normung - Arbeitssicherheit

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                              #15
                              ...vielleicht gibt es noch eine Antwort auf die Frage Winterbaustelle?
                              Mit freundlichen Grüßen

                              Ralf Spiekers
                              Tischler Schreiner Deutschland
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